Karriere in der Wissenschaft: Chanen und Risiken einer akademischen Karriere

Eine Karriere in der Wissenschaft ist heutzutage mit vielen Risiken verbunden, kann aber auch vielversprechende Perspektiven für den beruflichen Werdegang und die persönliche Entwicklung eröffnen. Welche Hindernisse und Chancen auf angehende wissenschaftliche Mitarbeiter, Dozenten und Professoren warten und welche Voraussetzungen man für die Promotion mitbringen sollte, haben wir hier zusammengefasst.

Risiken einer wissenschaftlichen Karriere: Das Auf und Ab während der Promotion

Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, sollte dies nicht nur aufgrund des prestigeträchtigen Doktortitels tun. Vielmehr gilt es, sich zunächst der Risiken dieses Werdegangs in vollem Umfang bewusst zu werden. Denn die Entscheidung, in der Wissenschaft zu arbeiten, ist mit einer langen Qualifizierungsphase verbunden, während der man vielfach mit befristeten Verträgen und vergleichsweise geringen Gehältern zurechtkommen muss. Eine langfristige Anstellung an der Uni ist aufgrund der geringen Anzahl offener Stellen ebenfalls zur Ausnahme geworden. Und obwohl eine Dissertation beweist, dass man sich gut organisieren und Projekte in Eigenregie erfolgreich umsetzen kann, schauen Personaler auch verstärkt auf Praxiserfahrung. Unabhängig davon, ob man im Rahmen eines Forschungsprojekts, Graduiertenkollegs oder im Alleingang promoviert: Es sollte stets am Lebenslauf und den persönlichen Netzwerken gefeilt werden.

Chancen einer Karriere in der Wissenschaft: Flexibel bleiben

Der Doktortitel ist mittlerweile vor allem für die Karriere in naturwissenschaftlichen Fächern wie Chemie oder Physik fast unentbehrlich geworden. In den Geisteswissenschaften spricht man hingegen häufiger von einer „Berufung“ anstatt eines Berufsfeldes: Viele stellen ihre persönlichen Interessen in den Fokus und nehmen zugunsten der Freude an der Arbeit und der Begeisterung für das Forschungsthema finanzielle Rückschläge in Kauf. Die fachlichen sowie persönlichen Qualifikationen, die man sich im Verlauf des wissenschaftlichen Arbeitens aneignet, können zudem nicht nur Türen in der Forschung, sondern auch für Wirtschaft und Industrie öffnen: Viele große Unternehmen verfügen über eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, die spannende Tätigkeitsfelder für Doktoranden bieten. Promovierende und Post-Docs überzeugen hier vor allem mit Kompetenzen wie Gewissenhaftigkeit, Verhandlungsgeschick, Lern- und Veränderungsbereitschaft sowie Belastbarkeit. Mittel- oder langfristig rentiert sich die Geduldsprobe Promotion durchaus. Wirtschafts-, Sprach- sowie Kulturwissenschaftler verdienen so bis zu 20% mehr als Hochschulabsolventen ohne Doktortitel. Wichtig ist dabei, immer einen Plan B im Hinterkopf zu behalten. Wenn es mit der Karriere an der Uni oder FH nicht klappen sollte, bietet sich noch immer der Gang in die Wirtschaft oder ein Abstecher ins Ausland an.

Auf zum Doktortitel: Aus welchem Holz muss ein Promotionsstudent geschnitzt sein?

Da sich die Promotion nicht selten als ein langwieriger und von existenzieller Unsicherheit begleiteter Prozess erweist, sollten angehende Wissenschaftler ein möglichst dickes Fell mitbringen. Wer sich von Misserfolgen und Rückschlägen nicht so leicht aus der Bahn werfen lässt, bringt im Grunde bereits die beste Voraussetzung mit. Wichtig ist, die Promotion trotz aller Unsicherheiten als sinnvollen Bestandteil einer strategischen Karriereplanung zu beginnen und als grundlegende Motivation Freude am selbstständigen, wissenschaftlichen Arbeiten zu haben. Gerade, wenn man parallel zur Doktorarbeit berufstätig ist oder studiert, muss das Zeit- und Selbstmanagement stimmen. Wer forschen will, muss somit flexibel sein, Alternativen ins Auge fassen und die kommenden Jahre realistisch planen können.

Auf den folgenden Seiten können Sie sich über die weiteren Konditionen einer wissenschaftlichen Karriere informieren.