Finanzierung und Berufstätigkeit während der Promotion

Wer seinen Doktor machen will, kommt nicht um die Finanzierungsfrage der Promotion herum. Hierzu ein Überblick, welche Promotionsjobs und weiteren Geldquellen sich für Ihre wissenschaftliche Karriere anbieten.

Wie finanziere ich eine Promotion?

Eine Promotion kostet durchschnittlich rund 60.000 € und stellt daher für viele angehende Wissenschaftler eine finanzielle Herausforderung dar. Um sowohl Forschung als auch Alltag während der Promotion finanzieren zu können, bieten sich insbesondere die drei folgenden Möglichkeiten an: Die Tätigkeit an der Uni oder in einem Forschungsprojekt, die Promotion in einem Unternehmen oder ein Promotionsstipendium.

Anstellung an der Uni: Als wissenschaftlicher Mitarbeiter direkt an der Forschungsquelle

Ein Großteil der Promovierenden in Deutschland arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter oder wissenschaftliche Hilfskraft an Lehrstühlen, bei Forschungseinrichtungen oder im Bereich der universitären Verwaltung. Die Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Institut oder Lehrstuhl bietet dabei viele Vorteile: Sie werden unmittelbar in Forschungsprojekte des Instituts bzw. der Universität eingebunden und können sich intensiv mit den Professoren und anderen Experten Ihres Fachgebiets austauschen. Dieser Umstand ist gerade für diejenigen, die später in der Wissenschaft Fuß fassen wollen, ideal, um Netzwerke auszubauen sowie Erfahrungen in Forschung und Lehre zu sammeln. In der Regel werden wissenschaftliche Mitarbeiter nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L 13) bezahlt, bei dem mit einer Teilzeitstelle von 50% als Einstiegsgehalt etwa 1200 € brutto im Monat verdient werden können. Die Verträge sind nach dem Wissenschaftzeitvertragsgesetz (WissZeitVG) allerdings zumeist befristet, können bis zur Promotion nur auf maximal sechs Jahre verlängert werden und erweisen sich in Relation zum Arbeitsaufwand als meist recht schlecht bezahlt. Zudem haben die meisten Arbeitsinhalte nur wenig mit Ihrem eigentlichen Forschungsthema zu tun, weshalb Ihnen neben der Arbeit oft nur wenig Zeit bleibt, um sich an Ihre Dissertation zu setzen. Hier ist somit wiederum gutes Zeit- und Selbstmanagement  gefragt.

Tätigkeit in einem Unternehmen: Neben der Forschung Berufserfahrung in der Industrie sammeln

Auch besteht die Möglichkeit, die Promotion mit einer Tätigkeit in einem Unternehmen zu verbinden. Da sich viele Promovierende fragen, ob sie zunächst Berufserfahrung sammeln oder gleich promovieren sollen, lassen sich bei dieser Promotionsform Berufserfahrung und wissenschaftliche Weiterqualifizierung ideal miteinander kombinieren. Wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber das Thema genau abstimmen, wird Ihre Dissertation durch Ihre Tätigkeit im Unternehmen inhaltlich unterstützt und Ihre Forschungsergebnisse kommen gleichzeitig dem Unternehmen zugute. Allerdings sollten Sie genau prüfen, ob Ihnen neben der Arbeit noch genug Zeit für Ihre Doktorarbeit bleibt. Naturwissenschaftler haben in Form einer sogenannten Industriepromotion die Möglichkeit, ein bis zwei Tage in der Woche freigestellt zu werden, um an der Dissertation zu arbeiten. Für Geisteswissenschaftler sind diese Angebote aber noch recht selten und gerade inhaltlich stark verhandlungsabhängig. Da die Interessen von Universität und Unternehmen in Einklang gebracht werden müssen, ist das bekannte „Vitamin B”, beispielsweise in Form von eigenen oder Kontakten des Unternehmens zu den Lehrstühlen, von Vorteil.

Promotionsstipendien: Finanzielle Unterstützung auf dem Weg zum Doktortitel

Im Rahmen eines Graduiertenkollegs  erhalten Sie automatisch ein Stipendium. Im Falle einer Promotion in Eigenregie o.ä. können Sie sich bei diversen Begabtenförderungswerken, Förderorganisationen oder Stiftungen bewerben. Bei der Bewerbung für Promotionsstipendien stehen neben der eigenen Persönlichkeit insbesondere gute Noten, ein überzeugendes Exposé und das gesellschaftliche Engagement im Vordergrund. Die Stipendien haben generell eine Laufzeit von zwei Jahren und können mit entsprechender Begründung um ein weiteres Jahr verlängert werden. Die meisten Promotionsstipendien umfassen derzeit ca. 1.050 € im Monat und geben einen Zuschuss für Auslandsaufenthalte. Zudem erhalten Sie häufiger eine Forschungskostenpauschale von 100 €. Gerade für Geisteswissenschaftler stellen Stipendien für Doktoranden die momentan wichtigste Geldquelle dar, die genug Zeit für die Dissertation einräumt. Die Nachteile eines Stipendiums liegen allerdings darin, dass sie zeitlich befristet sind und von dem Geld häufig nur der monatliche Grundbedarf gedeckt werden kann. Da weiterhin das eigene Einkommen angerechnet wird, darf neben dem Stipendium in der Regel nur maximal fünf Stunden pro Woche, im Rahmen einer Tätigkeit in Lehre und Forschung hingegen bis zu zehn Stunden gearbeitet werden. Auf diversen Webseiten können Sie sich einen Überblick über mögliche Voll- sowie Kurzzeitstipendien, Reisekostenzuschüsse und weitere Finanzspritzen für Ihre Promotion verschaffen.

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